Projekt Beschreibung

Kartoffeln

Die meisten Kartoffeln stammen aus Niedersachsen

Niedersachsen ist das Kartoffelland Nummer 1. In Deutschland wird jede zweite Kartoffel in Niedersachsen geerntet. Industriekartoffeln werden größtenteils zu Stärke verarbeitet, Speisekartoffeln gehen entweder in den Handel oder werden beispielsweise zu Pommes Frites verarbeitet.

Die Kartoffel ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. Dazu gehören zum Beispiel auch Tomaten oder Paprika. Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Weltweit werden jährlich rund 380 Millionen Tonnen geerntet. Die heute kultivierten Kartoffeln stammen von verschiedenen Sorten ab, die in den Anden vom westlichen Venezuela bis nach Argentinien und Chile vorkommen. Deutschland nimmt weltweit den sechsten Platz in der Kartoffelproduktion ein.

Wann, wie und durch wen die Kartoffel nach Europa kam, ist bis heute nicht genau geklärt. Auf ihrem Weg von Südamerika nach Spanien machte die Kartoffel Zwischenstation auf den Kanarischen Inseln. 1573 kam sie nach Spanien auf das Festland. Erstmals belegt ist die Kartoffel in England im Jahr 1596 in London. Mitte des 16. Jahrhunderts tauchte sie in den Niederlanden, Italien und Burgund auf. In Deutschland sollen die ersten Kartoffeln 1647 in Oberfranken angebaut worden sein.


Kartoffelroder
Kartoffelanhänger
Abkippen

Unter guten Anbaubedingungen können heute von einem Hektar Ackerland zwischen 25 und 35 Tonnen geerntet werden. Kultivierte Kartoffeln werden in frühe, mittlere und späte Sorten unterteilt. Das Setzen der Pflanzkartoffeln erfolgt durch spezielle Legemaschinen, die die Knollen in eine Tiefe von acht bis zehn Zentimeter setzen und anschließend den Boden wieder in Dammform schließen. Der Abstand der Reihen beträgt zwischen 60 bis 90 Zentimeter.

Speisekartoffeln werden nach ihren Kocheigenschaften unterschieden. Nach der Handelsklassenverordnung müssen alle im Handel (auch lose) angebotenen Kartoffeln nach diesen Kocheigenschaften eingeordnet werden. In der EU werden Speisekartoffeln in vier Kochtypen eingeteilt, die mit den Buchstaben A bis D sowie Kombinationen daraus bezeichnet werden. Deutsche Kartoffeln werden darüber hinaus mit einem farbigen Streifen auf der Verpackung gekennzeichnet.

Speisekartoffeln werden in festkochende, vorwiegend festkochende und mehlig kochende Sorten unterteilt. Zu den festkochenden Speisekartoffeln zählen zum Beispiel die Sorten Annabelle, Agata, Belana, Charlotte, Cilena, Ditta, Filea, Hansa, Linda, Nicola, Primura, Princess, Renate, Selma, Sieglinde, Spunta oder Stella. Sie schmecken ebenso mild bis angenehm kräftig wie die vorwiegend festkochenden Speisekartoffeln der Sorten Agria, Arkula, Bamberger Hörnchen, Bolero, Christa, Colette, Désirée, Finka, Gala, Gloria, Grandifolia, Granola, Hela, Jelly, Laura, Leyla, Rosara, Saskia, Saturna, Secura, Solara oder Satina. Zu den mehlig kochende Speisekartoffeln gehören Sorten wie Adretta, Afra, Arkula, Aula, Bintje, Blauer Schwede, Freya, Karat, Karlena, Koretta, Libana, Likaria, Lipsi, Mariella, Melina, Naturella oder Schwarzblaue aus dem Frankenwald. Sie sind im Geschmack angenehm kräftig.